Zwei brandneue Balkonspeicher, beide im Juni 2026 gestartet, beide mit Solarmodulen direkt am Gerät. Und trotzdem könnten sie kaum unterschiedlicher sein.
Die ehrliche Antwort vorweg. Einen Gesamtsieger gibt es nicht. Für ein klassisches Balkonkraftwerk gewinnt der günstigere und sparsamere Hoymiles HiBattery 4020 X. Wer ein großes, wachsendes Setup plant, fährt mit der Anker SOLIX 4 besser.
Warum der teurere Speicher nicht automatisch gewinnt, wo die Anker im Test einen stillen Schwachpunkt hat und was beide dich pro Jahr wirklich sparen, rechnen wir dir gleich vor.
Zwei neue Speicher, zwei völlig unterschiedliche Ideen
Beide Geräte arbeiten nach dem gleichen Grundprinzip. Du klemmst die Solarmodule direkt an den Speicher, ohne separaten Mikrowechselrichter dazwischen. Das nennt sich DC-Kopplung und ist effizienter als ältere Lösungen, bei denen der Strom mehrfach umgewandelt wird. Beide laufen im normalen Betrieb mit 800 Watt plug-and-play, also ohne Elektriker und ohne Sondergenehmigung.
HiBattery 4020 X
kompakt und offen
1.209 €
4,02 kWh, 42 kg, unter 20 dB
Anker SOLIX 4
groß und skalierbar
ab 1.599 €
5,02 kWh, 50 kg, hörbar
Ab da trennen sich die Wege. Der HiBattery 4020 X ist der kompakte Pragmatiker. 4 kWh Kapazität, 42 Kilogramm, mit unter 20 Dezibel praktisch lautlos, dazu ein offenes MQTT-Protokoll für alle, die ihr Smarthome selbst steuern. Preis bei Solarscouts aktuell 1.208,79 Euro.
Die Anker SOLIX 4, korrekt die Solarbank 4 E5000 Pro, ist das genaue Gegenteil. 5 kWh Basis, 50 Kilogramm, ausbaubar bis 30 kWh und mit dem Power Dock sogar bis 120 kWh. Ein Speicher, der im Test als bestes und zugleich teuerstes Balkonkraftwerk 2026 gilt. Preis ab 1.599 Euro.
Kurz gesagt. Der eine ist ein schlanker Balkonspeicher, der andere fast schon ein kleines Heimkraftwerk.
Die harten Fakten im Direktvergleich
Für ähnliches Geld bekommst du zwei sehr unterschiedliche Geräte. Diese Tabelle zeigt, wo jeder seine Stärke hat.
Die Anker hat mehr Kapazität, mehr PV-Leistung und das deutlich höhere Ausbaumaximum. Der Hoymiles kontert mit niedrigerem Preis, weniger Gewicht, lautlosem Betrieb und dem integrierten Aerosol-Brandschutz.
Spannend wird es bei der Erweiterung. Eine zusätzliche Speichereinheit kostet beim Hoymiles rund 124 Euro pro kWh, beim Anker liegst du mit dem BP5000-Akku eher bei rund 219 Euro pro kWh. Wer später aufstockt, spart mit dem HiBattery also spürbar.
Der stille Haken bei der Anker
Auf dem Datenblatt sieht die SOLIX 4 stärker aus. Im Test zeigt sich aber eine Schwäche, die in den Hochglanzfolien niemand erwähnt. Der Wirkungsgrad.
Round-Trip-Wirkungsgrad im Vergleich
Wie viel vom gespeicherten Strom unten wieder herauskommt
Die Anker SOLIX 4 erreicht im Test nur einen Round-Trip-Wirkungsgrad von rund 81,5 Prozent. Das heißt, von 100 Kilowattstunden, die du einspeicherst, kommen unten nur etwa 81 wieder heraus. Der Rest geht beim Laden und Entladen verloren.
Noch deutlicher wird es bei kleiner Last, also genau im typischen Balkonbetrieb. Beim Vorgänger Solarbank 3 Pro waren es bei nur 150 Watt Entladung gerade einmal 71,6 Prozent, dazu ein vergleichsweise hoher Standby-Verbrauch von 9,5 Watt. Über das Jahr frisst allein der Standby spürbar Ersparnis.
Beim HiBattery 4020 X müssen wir ehrlich sein. Einen unabhängigen Test gibt es noch nicht, das Gerät wird erst Ende Juni 2026 ausgeliefert. Hoymiles nennt einen Wechselrichter-Wirkungsgrad von 96,5 Prozent, das ist aber nur die Umwandlung im Wechselrichter, nicht der komplette Lade- und Entladekreis. Wir aktualisieren diesen Vergleich, sobald belastbare Messwerte vorliegen. Realistisch liegt der Round-Trip aber über dem gemessenen Anker-Wert.
Ehrlich bleibt ehrlich
Den HiBattery 4020 X gibt es noch in keinem unabhängigen Test, das Gerät wird erst Ende Juni 2026 ausgeliefert. Der genannte Wirkungsgrad ist unsere vorsichtige Schätzung auf Basis des Datenblatts. Sobald echte Messwerte vorliegen, aktualisieren wir diesen Vergleich.
Was es dich wirklich spart, haben wir nachgerechnet
Genug Datenblatt. Schauen wir, was am Ende auf dem Konto landet. Wir rechnen mit 0,35 Euro pro Kilowattstunde, dem realistischen Strompreis für Bestandskunden im Jahr 2026. Beim Anker setzen wir den gemessenen Wirkungsgrad an, beim Hoymiles vorsichtige 90 Prozent.
Was sparst du wirklich?
Zieh an den Reglern. Das Urteil rechnet live mit.
HiBattery 4020 X
236 € / Jahr
Amortisation 5,1 Jahre
Anker SOLIX 4
185 € / Jahr
Amortisation 8,7 Jahre
Annahmen Wirkungsgrad HiBattery 90 Prozent geschätzt, Anker 81,5 Prozent gemessen, Anker Standby 9,5 Watt. Werte gerundet.
Der typische Balkonkraftwerk-Besitzer. Du hast zwei bis vier Module und speicherst rund 750 Kilowattstunden Überschuss im Jahr. Beide Speicher sind groß genug, der Engpass ist die Sonne, nicht die Kapazität.
Hier gewinnt der Hoymiles klar. Die zusätzliche Kapazität der Anker bleibt ungenutzt, ihr schwächerer Wirkungsgrad und der Standby kosten dich dagegen echtes Geld. Du zahlst rund 390 Euro mehr und sparst trotzdem weniger.
Der Power-User mit großem Setup. Du hast viele Module, hohen Verbrauch und speicherst eher 1.800 Kilowattstunden. Jetzt zählt die Kapazität mit.
Hier liegen beide nah beieinander. Der bessere Wirkungsgrad des Hoymiles gleicht den Kapazitätsvorsprung der Anker fast aus. Ankers echte Stärke liegt darüber hinaus im Ausbau, also wenn du sicher weiter wächst Richtung 30 oder mehr Kilowattstunden.
Für wen welcher Speicher gewinnt
Stell dir zwei Käufer vor, dann wird die Entscheidung einfach.
HiBattery 4020 X
Klassisches Balkonkraftwerk, 2 bis 4 Module, Grundlast am Abend
- Günstiger und sparsamer
- Leicht und praktisch lautlos
- Kein Smart-Meter-Zwang
- Günstige Erweiterung
Anker SOLIX 4
Großes Setup, viele Module, hoher Verbrauch, Ausbauplan
- 5 kWh Basis, 5.000 W PV
- Skalierbar bis 120 kWh
- 10.000 Ladezyklen
- Etablierte Marke mit Tests
Du startest ein klassisches Balkonkraftwerk. Zwei bis vier Module, etwas Grundlast am Abend, kein Großprojekt. Dann ist der HiBattery 4020 X die wirtschaftlichere Wahl. Günstiger, sparsamer, leichter, lautlos und ohne Smart-Meter-Zwang. Genau für diesen Fall nennen sogar die Tester die große Anker überdimensioniert. Den findest du direkt bei Solarscouts ab 1.208,79 Euro.
Du denkst groß und willst wachsen. Viele Module, hoher Verbrauch, vielleicht später ein E-Auto oder ein echtes Hausspeichersystem. Dann spielt die Anker SOLIX 4 ihre Kapazität, ihre 5.000 Watt PV-Eingang und ihre brutale Skalierbarkeit aus. Für dieses Szenario ist sie die stärkere Plattform.
Beide Geräte sind gut. Die Frage ist nicht, welcher der bessere Speicher ist, sondern welcher der bessere für dich ist. Und für die große Mehrheit der Balkonkraftwerke heißt die Antwort HiBattery 4020 X.
Wenn du tiefer vergleichen willst, lohnt sich auch unser Blick auf den HiBattery 4020 X gegen die Anker Solarbank 3.
Häufig gestellte Fragen
Lohnt sich die teurere Anker SOLIX 4 für ein normales Balkonkraftwerk?
Wie viel kostet die Anker SOLIX 4 mit Smart Meter und Wieland wirklich?
Reichen 4 kWh oder brauche ich gleich 5 kWh?
Gibt es schon einen unabhängigen Test zum HiBattery 4020 X?









